Lombardei (Übersicht)

Veröffentlicht von
Die Lombardei gehört zu den vielseitigsten Regionen Italiens. Ihre Hauptstadt Mailand ist eines der wichtigsten Wirtschafts- und Kulturzentren des Landes. Im Norden liegen die Alpen, dazwischen bekannte Seen wie der Comer See, der Gardasee und der Lago Maggiore. Hinzu kommen sehenswerte Städte wie Bergamo, Brescia, Mantua und Como.Für Urlauber bietet die Lombardei sehr unterschiedliche Reiseziele. Ein Wochenende in Mailand lässt sich kaum mit einem Badeurlaub am Gardasee oder einer Wanderreise in der Valtellina vergleichen. Gerade diese Mischung aus Städten, Seen, Bergen, Kultur und guter Küche macht die Region interessant.

Die Lombardei auf einen Blick

  • Italienischer Name: Lombardia
  • Hauptstadt: Mailand
  • Einwohner: rund 10 Millionen
  • Fläche: rund 23.860 Quadratkilometer
  • Lage: Norditalien, an der Grenze zur Schweiz
  • Bekannte Seen: Comer See, Gardasee, Lago Maggiore und Iseosee
  • Wichtige Städte: Mailand, Brescia, Bergamo, Monza, Como, Mantua und Pavia
  • Geeignet für: Städtereisen, Badeurlaub, Wanderurlaub, Wintersport und Rundreisen
  • Beste Reisezeit: abhängig vom Reiseziel, meist April bis Oktober

Wo liegt die Lombardei?

Die Lombardei liegt im Norden Italiens. Sie grenzt im Norden an die Schweiz, im Westen an Piemont, im Osten an Venetien und Trentino-Südtirol sowie im Süden an Emilia-Romagna. Der Fluss Po bildet über längere Abschnitte die südliche Grenze.

Unterkünfte in der Lombardei Hotels, Ferienwohnungen und andere Unterkünfte findest du bei Booking.com: Unterkünfte in der Lombardei vergleichen.

Bei Reisen mit dem Auto sollte man besonders auf einen enthaltenen Parkplatz achten. An den großen Seen kann eine Unterkunft nahe einer Schiffsanlegestelle ebenfalls praktisch sein.

Mit einer Fläche von knapp 24.000 Quadratkilometern ist die Lombardei die viertgrößte Region Italiens. Noch größer sind Sizilien, Piemont und Sardinien. Wesentlich bedeutender ist jedoch ihre Einwohnerzahl: In der Lombardei leben ungefähr zehn Millionen Menschen. Damit ist sie die bevölkerungsreichste Region des Landes. Rund jeder sechste Einwohner Italiens lebt hier.

Die Landschaft gliedert sich in mehrere deutlich unterschiedliche Bereiche. Im Süden erstreckt sich die Po-Ebene mit landwirtschaftlich genutzten Flächen und größeren Städten. Weiter nördlich folgen Hügellandschaften und die großen oberitalienischen Seen. An der Grenze zur Schweiz liegen die Alpen mit hohen Bergen, Tälern und Wintersportorten.

Nach Angaben der Region bestehen etwa 47 Prozent der Fläche aus Ebenen, rund 41 Prozent aus Gebirgslandschaften und ungefähr zwölf Prozent aus Hügelland. Dadurch ändern sich Landschaft und Klima innerhalb relativ kurzer Entfernungen erheblich.

Mailand – Hauptstadt der Lombardei

Mailand ist die Hauptstadt der Lombardei und nach Rom die zweitgrößte Stadt Italiens. Im eigentlichen Stadtgebiet leben ungefähr 1,4 Millionen Menschen. Die gesamte Metropolregion ist wesentlich größer und gehört zu den bedeutendsten Ballungsräumen Europas.

Mailand ist vor allem als Wirtschafts-, Mode- und Messestadt bekannt. Für Touristen bietet die Stadt jedoch deutlich mehr als Einkaufsstraßen und Modegeschäfte. Im historischen Zentrum befinden sich einige der bekanntesten Sehenswürdigkeiten Italiens.

Mailänder Dom in der Hauptstadt der Lombardei

Mailänder Dom

Der Mailänder Dom steht im Zentrum der Stadt und gehört zu den größten Kirchen Europas. Besonders interessant sind neben dem Innenraum die begehbaren Dachterrassen. Zwischen Türmen, Figuren und Verzierungen hat man einen weiten Blick über Mailand. Bei klarer Sicht sind am Horizont die Alpen zu erkennen.

Für den Besuch werden unterschiedliche Eintrittskarten angeboten. Einige gelten nur für den Dom, andere schließen das Museum, die archäologische Zone oder die Dachterrassen ein. Wer hinauf möchte, kann zwischen Treppe und Aufzug wählen. Weitere Einzelheiten stehen in unserem Artikel über das Dach des Mailänder Doms.

Das Letzte Abendmahl

Leonardo da Vincis Letztes Abendmahl in Mailand befindet sich im ehemaligen Speisesaal des Klosters Santa Maria delle Grazie. Das Wandgemälde gehört zu den berühmtesten Kunstwerken der Welt.

Die Zahl der Besucher ist begrenzt. Eintrittskarten sind deshalb oft lange im Voraus ausverkauft. Für viele Reisende ist das Abendmahl die Sehenswürdigkeit in Mailand, bei der eine frühe Planung am wichtigsten ist.

Teatro alla Scala

Das Teatro alla Scala ist eines der bekanntesten Opernhäuser der Welt. Auch Besucher, die keine Vorstellung besuchen, können sich für das angeschlossene Museum interessieren. Von einigen Räumen erhält man – abhängig vom Proben- und Veranstaltungsbetrieb – einen Blick in den Zuschauerraum.

Weitere Ziele in Mailand

Zu den weiteren Sehenswürdigkeiten gehören die Galleria Vittorio Emanuele II, das Castello Sforzesco, der Parco Sempione und das Viertel Navigli. Fußballfans können das San-Siro-Stadion besuchen.

Für die wichtigsten Sehenswürdigkeiten sollte man mindestens zwei volle Tage einplanen. Wer zusätzlich Museen besuchen und verschiedene Stadtviertel kennenlernen möchte, bleibt besser drei oder vier Tage.

Touren und Eintrittskarten in der Lombardei Stadtführungen in Mailand, Ausflüge zum Comer See und Eintrittskarten für bekannte Sehenswürdigkeiten findest du bei GetYourGuide: Touren und Tickets in der Lombardei ansehen.

Der Comer See

Der Comer See liegt vollständig in der Lombardei. Der langgestreckte und verzweigte See wird von steilen Bergen umgeben. An seinen Ufern liegen historische Villen, Gärten und kleine Orte mit engen Gassen.

Der italienische Name lautet Lago di Como. Der See besitzt die Form eines umgedrehten Y. An seinem südwestlichen Arm liegt Como, am südöstlichen Arm Lecco. Im mittleren Bereich treffen die drei Seearme aufeinander.

Die Straßen rund um den See sind teilweise schmal und kurvenreich. In vielen Orten gibt es nur wenige Parkplätze. Für Tagesausflüge sind Bahn und Schiff deshalb oft angenehmer als das Auto.

Como

Die Stadt Como liegt nahe der Schweizer Grenze am südwestlichen Ende des Sees. Sehenswert sind der Dom, die Altstadt und die Uferpromenade. Eine Standseilbahn verbindet Como mit dem höher gelegenen Ort Brunate.

Como ist traditionell mit der Verarbeitung und dem Handel von Seide verbunden. Heute ist die Stadt vor allem ein Verkehrsknotenpunkt und ein guter Ausgangspunkt für Ausflüge auf dem See.

Stadt Como am Comer See in der Lombardei

Bellagio

Bellagio liegt auf der Landspitze zwischen den südlichen Armen des Comer Sees. Der Ort ist für seine steilen Gassen, die Uferpromenade und historische Villengärten bekannt.

Bellagio wird täglich von vielen Tagesgästen besucht. In der Hauptsaison kann es im Zentrum sehr voll werden. Besonders praktisch ist die Anreise mit dem Schiff, da Parkplätze begrenzt sind und die Zufahrtsstraßen viele Kurven besitzen.

Varenna

Varenna liegt am Ostufer des Comer Sees und besitzt einen Bahnhof an der Strecke zwischen Mailand und Tirano. Dadurch ist der Ort für einen Tagesausflug ohne Auto gut erreichbar.

Zu den bekannten Zielen zählen die Uferpromenade, der kleine Ortskern und die Gärten der Villa Monastero. Oberhalb von Varenna steht das Castello di Vezio. Zwischen Varenna, Bellagio und Menaggio verkehren Schiffe und Autofähren.

Lecco und das Ostufer

Lecco liegt am südöstlichen Ende des Sees. Die Stadt ist weniger touristisch als Como oder Bellagio und eignet sich gut als Ausgangspunkt für Wanderungen und Fahrten entlang des Ostufers.

Zu den kleineren Orten an diesem Teil des Sees gehören Mandello del Lario und Lierna. Wer eine ruhigere Unterkunft sucht, findet hier häufig eine Alternative zu den stark besuchten Orten im mittleren Seebereich.

Der Gardasee in der Lombardei

Der Gardasee gehört zu drei italienischen Regionen. Das westliche Ufer liegt überwiegend in der Lombardei, das östliche Ufer in Venetien und der nördliche Abschnitt in Trentino-Südtirol.

Der lombardische Teil beginnt im Süden bei Sirmione und Desenzano del Garda. Weiter nördlich folgen Orte wie Salò, Gardone Riviera, Toscolano-Maderno und Limone sul Garda. Die Landschaft verändert sich von flachen Uferbereichen im Süden zu steilen Bergen im Norden.

Sirmione

Sirmione liegt auf einer schmalen Halbinsel im Süden des Gardasees. Obwohl der Artikel auf unserer Seite unter Venetien eingeordnet ist, gehört die Stadt verwaltungsmäßig zur lombardischen Provinz Brescia.

Bekannt sind die Scaligerburg, die Altstadt, die Thermalbäder und die archäologische Anlage Grotte di Catullo. Das historische Zentrum ist weitgehend autofrei. Besucher parken vor der Altstadt und gehen zu Fuß weiter.

Desenzano del Garda

Desenzano del Garda ist eine der größten Städte am See. Der Bahnhof an der Hauptstrecke zwischen Mailand und Verona macht Desenzano für die Anreise ohne Auto interessant.

Die Stadt besitzt eine lebendige Innenstadt, einen alten Hafen und mehrere Badestellen. Von Desenzano verkehren Schiffe zu anderen Orten am Gardasee.

Salò und Limone sul Garda

Salò liegt an einer geschützten Bucht am westlichen Gardasee. Sehenswert sind die lange Uferpromenade und die kleine Altstadt. Der Ort ist ein guter Ausgangspunkt für Ausflüge nach Gardone Riviera und in das Hinterland.

Weiter nördlich liegt Limone sul Garda. Der frühere Fischerort ist für seine historischen Zitronengärten, die steilen Berge und die Lage unmittelbar am Wasser bekannt. Im Sommer gehört Limone zu den meistbesuchten Orten am Westufer.

Der Lago Maggiore

Der Lago Maggiore verteilt sich auf Piemont, die Lombardei und die Schweiz. Der westliche Teil mit Stresa und den Borromäischen Inseln liegt in Piemont. Das lombardische Ostufer gehört größtenteils zur Provinz Varese.

Zu den bekannten Orten am lombardischen Ufer zählen Angera, Laveno-Mombello, Luino und Maccagno. Bei Angera steht die gut erhaltene Rocca di Angera über dem See. Von Laveno verkehrt eine Autofähre nach Verbania am piemontesischen Ufer.

Das lombardische Ufer wird meist weniger besucht als Stresa und die Borromäischen Inseln. Es eignet sich deshalb für Reisende, die kleinere Orte, Märkte und Ausflüge abseits der wichtigsten Besucherströme suchen.

Der Iseosee und die Franciacorta

Der Iseosee liegt zwischen den Provinzen Bergamo und Brescia. Er ist deutlich kleiner und weniger international bekannt als der Gardasee oder der Comer See. Besonders interessant ist Monte Isola, eine große bewohnte Insel im See.

Fähren verbinden Monte Isola mit mehreren Orten am Ufer. Autos von Besuchern dürfen normalerweise nicht auf die Insel gebracht werden. Die Wege eignen sich zum Spazieren und Radfahren, weisen aber teilweise deutliche Steigungen auf.

Südlich des Iseosees liegt die Franciacorta. Das Weinbaugebiet ist für Schaumwein bekannt, der nach der traditionellen Methode mit einer zweiten Gärung in der Flasche hergestellt wird. Die Kombination aus Iseosee und Franciacorta eignet sich gut für einen mehrtägigen Genussurlaub.

Bergamo – Oberstadt und Unterstadt

Bergamo liegt nordöstlich von Mailand und besteht touristisch betrachtet aus zwei unterschiedlichen Bereichen. Die moderne Unterstadt wird Città Bassa genannt. Oberhalb liegt die historische Città Alta.

Die Oberstadt ist von venezianischen Mauern umgeben. Standseilbahnen verbinden sie mit tiefer gelegenen Stadtteilen. Zu den wichtigsten Sehenswürdigkeiten gehören die Piazza Vecchia, die Basilika Santa Maria Maggiore, die Cappella Colleoni und die Gassen des historischen Zentrums.

Bergamo besitzt einen internationalen Flughafen, der von zahlreichen Billigfluggesellschaften angeflogen wird. Der Flughafen wird häufig als Mailand-Bergamo bezeichnet, liegt jedoch deutlich näher an Bergamo als an Mailand.

Die Stadt eignet sich sowohl für einen Tagesausflug als auch für ein Wochenende. Wer nur auf dem Weg vom Flughafen nach Mailand ist, verpasst eine der interessantesten Altstädte der Lombardei.

Brescia

Brescia ist nach Mailand eine der größten Städte der Region. In der Innenstadt finden sich Zeugnisse aus verschiedenen Epochen. Besonders bedeutend sind das römische Kapitol, der archäologische Bereich und der Museumskomplex Santa Giulia.

Daneben besitzt Brescia eine Burg, mehrere große Plätze und zwei unmittelbar nebeneinanderstehende Kathedralen. Die Stadt wird von internationalen Touristen weniger besucht als Mailand, Bergamo oder Como. Sie eignet sich daher gut für Reisende, die Kultur und italienisches Stadtleben ohne die stärksten Besucherströme suchen.

Von Brescia erreicht man den Gardasee, den Iseosee und die Franciacorta vergleichsweise schnell. Dadurch ist die Stadt auch als Basis für eine Rundreise interessant.

Mantua

Mantua heißt auf Italienisch Mantova und liegt im Südosten der Lombardei. Die historische Stadt ist auf mehreren Seiten von Seen umgeben, die durch den Fluss Mincio entstanden sind.

Die wichtigsten Sehenswürdigkeiten sind der Palazzo Ducale, die Piazza Sordello, die Basilika Sant’Andrea und der Palazzo Te. Die Altstadt von Mantua gehört gemeinsam mit Sabbioneta zum UNESCO-Welterbe.

Mantua ist deutlich kleiner und ruhiger als Mailand. Für die wichtigsten Sehenswürdigkeiten sollte man einen ganzen Tag einplanen. Wer den Palazzo Ducale und den Palazzo Te ausführlich besichtigen möchte, kann auch zwei Tage bleiben.

Monza

Monza liegt nördlich von Mailand und ist vor allem durch die Formel-1-Rennstrecke bekannt. Die Stadt besitzt jedoch auch eine historische Innenstadt, einen Dom und die königliche Villa Reggia di Monza.

Der große Park von Monza umgibt Teile der Rennstrecke und gehört zu den größten ummauerten Parkanlagen Europas. Außerhalb großer Rennveranstaltungen ist Monza von Mailand aus unkompliziert mit dem Zug erreichbar.

Pavia, Cremona und kleinere Städte

Pavia liegt südlich von Mailand am Fluss Ticino. Die traditionsreiche Universitätsstadt besitzt eine kompakte Altstadt, romanische Kirchen und eine überdachte Brücke. Nördlich der Stadt befindet sich das Kloster Certosa di Pavia.

Cremona ist für seine Geigenbautradition bekannt. Antonio Stradivari wirkte hier, und bis heute arbeiten Geigenbauer in der Stadt. Sehenswert sind die Piazza del Comune, der Dom, der hohe Glockenturm Torrazzo und das Geigenmuseum.

Weitere interessante Orte sind Varese mit seinen Villen und Gärten, Lodi mit einer überschaubaren Altstadt sowie Sabbioneta, eine planmäßig angelegte Renaissance-Stadt südwestlich von Mantua.

Die Alpen und die Valtellina

Der Norden der Lombardei reicht tief in die Alpen hinein. Die Provinz Sondrio umfasst große Teile der Valtellina sowie bekannte Ferienorte wie Bormio und Livigno.

Im Sommer kommen Wanderer, Bergsteiger und Radfahrer. Im Winter stehen Skifahren und andere Wintersportarten im Mittelpunkt. Einige Passstraßen sind nur während der schneefreien Monate geöffnet. Dazu gehört der Stilfser Jochpass, einer der bekanntesten Alpenpässe Italiens.

Zwischen Tirano und der Schweiz verkehrt die Berninabahn. Die Strecke führt über hohe Alpenpässe nach St. Moritz. Sie gehört zu den landschaftlich eindrucksvollsten Bahnstrecken Europas und lässt sich gut mit einem Aufenthalt in der Valtellina verbinden.

Livigno besitzt aufgrund seiner besonderen Zollregelungen ein ungewöhnliches Preisniveau bei bestimmten Waren. Der Ort liegt abgelegen und ist im Winter nicht über jede Zufahrtsstraße erreichbar. Vor der Fahrt sollte man deshalb Wetter, Straßenzustand und Öffnung der Pässe kontrollieren.

Essen und Spezialitäten der Lombardei

Die Küche der Lombardei unterscheidet sich in mehreren Punkten von der Küche Süditaliens. Reis, Butter, Käse, Polenta und Fleisch spielen eine größere Rolle. Olivenöl und Tomaten sind weniger dominant als in vielen südlichen Regionen.

Typische Gerichte und Produkte

  • Risotto alla Milanese: Safranrisotto aus Mailand
  • Cotoletta alla Milanese: paniertes Kalbskotelett
  • Ossobuco: geschmorte Kalbshaxe
  • Casoncelli: gefüllte Nudeln, besonders rund um Bergamo und Brescia
  • Pizzoccheri: Buchweizennudeln aus der Valtellina
  • Polenta: häufige Beilage in Berg- und Voralpengebieten
  • Bresaola: luftgetrocknetes Rindfleisch aus der Valtellina
  • Taleggio: weicher Käse aus der Lombardei
  • Gorgonzola: Blauschimmelkäse mit Ursprung im Raum Mailand
  • Panettone: traditionelles Mailänder Hefegebäck

Zu den bekannten Weinregionen gehören die Franciacorta, das Oltrepò Pavese und die Valtellina. Am Gardasee werden ebenfalls regionale Weine erzeugt.

Anreise in die Lombardei

Mit dem Flugzeug

Die wichtigsten Flughäfen sind Mailand-Malpensa, Mailand-Linate und Bergamo. Malpensa liegt westlich von Mailand und ist der größte internationale Flughafen der Region. Linate befindet sich näher am Stadtzentrum. Bergamo wird vor allem von Billigfluggesellschaften genutzt.

Zwischen Malpensa und Mailand verkehren Züge und Busse. Einzelheiten findest du in unserem Artikel über den Transfer vom Flughafen Malpensa nach Mailand.

Mit der Bahn

Mailand ist einer der wichtigsten Bahnknotenpunkte Italiens. Hochgeschwindigkeitszüge verbinden die Stadt unter anderem mit Turin, Bologna, Florenz, Rom, Verona und Venedig. Internationale Verbindungen führen in die Schweiz.

Viele Ziele der Lombardei sind mit Regionalzügen erreichbar. Dazu gehören Como, Lecco, Varenna, Bergamo, Brescia, Pavia, Mantua und Desenzano del Garda. Für eine Reise durch Städte und an den Comer See ist ein Mietwagen deshalb nicht zwingend erforderlich.

Mit dem Auto

Mehrere Autobahnen durchqueren die Lombardei. Rund um Mailand und auf den Zufahrtsstraßen zu den Seen entstehen regelmäßig Staus. Besonders betroffen sind Freitagnachmittage, Wochenenden im Sommer und Feiertage.

In historischen Innenstädten gelten häufig Zufahrtsbeschränkungen. Die italienische Bezeichnung lautet Zona a Traffico Limitato, abgekürzt ZTL. Kameras erfassen einfahrende Fahrzeuge. Wer ohne Berechtigung in eine aktive ZTL fährt, muss mit einem Bußgeld rechnen.

Mailand besitzt zusätzlich die Verkehrszonen Area B und Area C. Wer mit dem Auto in die Stadt fährt, sollte sich vorab über die aktuellen Umwelt- und Zufahrtsregeln informieren. Weitere Hinweise gibt es in unserem Artikel über das Parken in Mailand.

Unterkünfte in der Lombardei Hotels, Ferienwohnungen und andere Unterkünfte findest du bei Booking.com: Unterkünfte in der Lombardei vergleichen.

Bei Reisen mit dem Auto sollte man besonders auf einen enthaltenen Parkplatz achten. An den großen Seen kann eine Unterkunft nahe einer Schiffsanlegestelle ebenfalls praktisch sein.

Öffentlicher Verkehr

Zwischen den größeren Städten ist der öffentliche Verkehr gut ausgebaut. Mailand besitzt ein umfangreiches Netz aus Metro, Straßenbahnen und Bussen. In Bergamo verbinden Standseilbahnen verschiedene Höhenlagen.

Regionalzüge sind für viele Strecken eine praktische Alternative zum Auto. Rund um die Seen ergänzen Linienbusse und Schiffe das Bahnnetz. Allerdings verkehren manche Schiffsverbindungen im Sommer wesentlich häufiger als im Winter.

Wer mehrere Verkehrsmittel kombiniert, sollte ausreichend Zeit zum Umsteigen einplanen. Busse können auf den Uferstraßen im Sommer verspätet sein. Schiffe werden bei starkem Wind oder schlechtem Wetter gelegentlich eingeschränkt.

Beste Reisezeit für die Lombardei

Eine einheitliche beste Reisezeit gibt es wegen der unterschiedlichen Landschaften nicht. Mailand, Bergamo, Brescia und Mantua lassen sich grundsätzlich ganzjährig besuchen. Im Juli und August kann es in der Po-Ebene allerdings heiß und schwül werden.

Für die großen Seen sind Mai, Juni und September besonders angenehm. Das Wetter ist häufig warm, während die Orte meist weniger voll sind als während der Sommerferien. Im April und Oktober muss man stärker mit wechselhaftem Wetter rechnen.

Für einen Badeurlaub eignen sich vor allem Juni bis September. Die genaue Wassertemperatur hängt vom See, vom Wetter und vom jeweiligen Uferabschnitt ab.

Die Wandersaison reicht in tieferen Lagen ungefähr vom Frühling bis in den Herbst. Hochalpine Wege können bis weit in den Sommer hinein Schnee aufweisen. Wintersport ist normalerweise zwischen Dezember und März möglich, wobei Schneelage und Saison je nach Höhenlage unterschiedlich ausfallen.

Wie viele Tage braucht man für die Lombardei?

Die gesamte Region lässt sich nicht sinnvoll bei einer einzigen kurzen Reise kennenlernen. Für Mailand sollte man zwei bis vier Tage einplanen. Ein Aufenthalt am Comer See oder Gardasee lohnt sich ab drei Tagen, für einen klassischen Badeurlaub auch deutlich länger.

Für eine erste Rundreise sind sieben bis zehn Tage sinnvoll. Dabei sollte man nicht jeden Tag die Unterkunft wechseln. Die Entfernungen wirken auf der Karte teilweise kurz, doch Verkehr, Parkplatzsuche und kurvenreiche Uferstraßen kosten Zeit.

Beispiel für eine Rundreise

  • Tag 1 bis 3: Mailand
  • Tag 4: Bergamo
  • Tag 5 bis 7: Comer See mit Como, Bellagio und Varenna
  • Tag 8: Brescia oder Franciacorta
  • Tag 9 und 10: Gardasee

Wer lieber langsam reist, kombiniert nur Mailand mit einem See. Das reduziert Fahrtzeiten und lässt mehr Raum für Bootsausflüge, Museen und Spaziergänge.

Welche Gegend eignet sich für welchen Urlaub?

Reisewunsch Geeignete Ziele
Städtereise Mailand, Bergamo, Brescia und Mantua
Badeurlaub Gardasee, Comer See, Lago Maggiore und Iseosee
Urlaub ohne Auto Mailand, Bergamo, Varenna, Como und Desenzano
Wandern Valtellina, Comer See und nördlicher Gardasee
Wintersport Bormio, Livigno und weitere Orte in der Provinz Sondrio
Wein und regionale Küche Franciacorta, Valtellina und Oltrepò Pavese

Preise in der Lombardei

Das Preisniveau unterscheidet sich stark. Mailand und bekannte Orte am Comer See können deutlich teurer sein als weniger touristische Städte oder ländliche Gebiete. Besonders hoch sind die Preise häufig im Zentrum von Mailand, in Bellagio und in Unterkünften direkt am See.

Bergamo, Brescia, Pavia und Lecco bieten häufig ein günstigeres Verhältnis zwischen Preis und Leistung. Auch am Gardasee sind Orte außerhalb der ersten Uferreihe meist preiswerter.

Wer sparen möchte, sollte Unterkünfte früh vergleichen, wichtige Eintrittskarten vorab kaufen und bei der Lage auf eine gute Bahn- oder Schiffsverbindung achten. Eine günstigere Unterkunft weit außerhalb kann durch Parkgebühren und lange Fahrzeiten am Ende unpraktischer sein.

Fazit: Lohnt sich ein Urlaub in der Lombardei?

Die Lombardei lohnt sich für sehr unterschiedliche Reiseformen. Mailand bietet weltbekannte Kunst, Architektur und Einkaufsmöglichkeiten. Die großen Seen eignen sich für Badeurlaub, Bootsausflüge und Aufenthalte in historischen Uferorten. In Bergamo, Brescia und Mantua findet man bedeutende Sehenswürdigkeiten abseits der größten internationalen Besucherströme.

Im Norden ergänzen die Alpen das Angebot um Wandern, Wintersport und eindrucksvolle Bahnstrecken. Für eine erste Reise empfiehlt sich die Kombination aus Mailand und einem der Seen. Wer mehr Zeit hat, kann daraus eine Rundreise durch mehrere Städte und Landschaften machen.


Weiterführende Artikel zur Lombardei

 

Kommentar hinterlassen