Piemont: Reisetipps für Italiens Nordwesten
Piemont liegt im Nordwesten Italiens und grenzt an Frankreich, die Schweiz sowie die italienischen Regionen Aostatal, Lombardei, Emilia-Romagna und Ligurien. Die Hauptstadt ist Turin. Außerhalb der Metropole prägen die Alpen, große Weinbaugebiete, historische Kleinstädte und der westliche Teil des Lago Maggiore die Region.

Mit einer Fläche von rund 25.400 Quadratkilometern ist Piemont nach Sizilien die zweitgrößte Region Italiens. Trotzdem gehört es nicht zu den klassischen Zielen des internationalen Massentourismus. Viele Urlauber besuchen Turin, verbringen einige Tage am Lago Maggiore oder reisen gezielt in die Weinlandschaften der Langhe und des Monferrato.
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Gerade für eine Rundreise bietet Piemont viel Abwechslung. Innerhalb weniger Tage lassen sich eine Großstadt, Weinorte, Seen und alpine Täler miteinander verbinden. Die Entfernungen sind überschaubar, für ländliche Gebiete ist ein Auto jedoch deutlich praktischer als der öffentliche Nahverkehr.
Hauptstadt: Turin
Lage: Nordwesten Italiens
Landschaft: Alpen, Po-Ebene, Weinberge und Seen
Bekannte Reiseziele: Turin, Lago Maggiore, Langhe, Alba und Monferrato
Geeignet für: Städtereisen, Rundreisen, Weinreisen, Wandern und Wintersport
Beste Reisezeit: meist April bis Juni sowie September und Oktober
Welche Landschaften gehören zum Piemont?
Piemont lässt sich grob in drei Landschaftsräume unterteilen. Im Norden und Westen steigen die Alpen auf. Im Zentrum erstreckt sich die Po-Ebene mit Turin und weiteren größeren Städten. Südlich und südöstlich von Turin beginnt ein Hügelland, das vor allem für Wein, Haselnüsse und kleine historische Orte bekannt ist.
Die Alpen im Norden und Westen
Die piemontesischen Alpen bilden einen langen Bogen entlang der Grenzen zur Schweiz und zu Frankreich. Hier liegen abgelegene Täler, Bergdörfer, Wanderwege und mehrere Wintersportgebiete. Zu den bekannten Tälern gehören das Susatal westlich von Turin, das Ossolatal im Norden und die Täler der Provinz Cuneo im Südwesten.
Das Susatal ist von Turin aus vergleichsweise schnell erreichbar. Durch das Tal verlaufen wichtige Straßen- und Bahnverbindungen in Richtung Frankreich. Neben Berglandschaften gibt es hier mittelalterliche Orte, Festungen und die weithin sichtbare Abtei Sacra di San Michele.
Weiter nördlich liegt das Ossolatal. Domodossola ist dessen wichtigster Verkehrsknotenpunkt. Von hier führen Straßen und Bahnstrecken in Richtung Schweiz sowie in mehrere kleinere Seitentäler. Die Gegend eignet sich vor allem für Wanderurlauber und Reisende, die ruhigere Bergregionen suchen.
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Die Po-Ebene rund um Turin
Der Po entspringt in den Cottischen Alpen und durchquert anschließend das Piemont. Rund um Turin geht die alpine Landschaft in eine dicht besiedelte Ebene über. Hier befinden sich Industriegebiete, größere Verkehrsachsen und landwirtschaftlich genutzte Flächen.
Für Touristen ist die Po-Ebene vor allem wegen Turin und der guten Verkehrsverbindungen wichtig. Viele Bahnstrecken und Autobahnen der Region laufen in oder nahe der Hauptstadt zusammen. Von dort lassen sich sowohl die Alpen als auch die südlichen Weinregionen erreichen.
Die Weinlandschaften im Süden
Südöstlich von Turin beginnt eine hügelige Kulturlandschaft mit Weinbergen, Burgen und kleinen Ortschaften. Besonders bekannt sind die Gebiete Langhe, Roero und Monferrato. Teile dieser Weinlandschaften gehören zum UNESCO-Welterbe.
Zu den wichtigsten Orten zählen Alba, Asti, Barolo und La Morra. Viele Besucher kommen wegen der Weine, der regionalen Küche und der Aussicht über die Hügel. Anders als in den großen Kunststädten Italiens verteilen sich die Sehenswürdigkeiten auf zahlreiche kleine Orte. Für diese Gegend ist deshalb ein Mietwagen oder das eigene Auto besonders hilfreich.
Turin: Hauptstadt und wichtigstes Reiseziel
Turin ist das wirtschaftliche, kulturelle und verkehrstechnische Zentrum des Piemont. Die Stadt war im 19. Jahrhundert die erste Hauptstadt des vereinigten Italiens. Daran erinnern breite Straßen, große Plätze und zahlreiche Residenzen des Hauses Savoyen.

Zu den bekannten Sehenswürdigkeiten gehören der Palazzo Reale, die Mole Antonelliana, das Ägyptische Museum und der Dom mit der Kapelle des Turiner Grabtuchs. Das Stadtzentrum lässt sich größtenteils zu Fuß erkunden. Für weiter entfernte Ziele stehen Straßenbahnen, Busse und eine Metrolinie zur Verfügung.
Turin ist außerdem eng mit der italienischen Autoindustrie verbunden. Fiat wurde hier gegründet und prägte die wirtschaftliche Entwicklung der Stadt über Jahrzehnte. Das frühere Fiat-Werk Lingotto wird heute unter anderem für Geschäfte, Veranstaltungen und kulturelle Einrichtungen genutzt. Das nationale Automobilmuseum befindet sich ebenfalls in Turin.
Für einen ersten Besuch sollte man mindestens zwei volle Tage einplanen. Wer mehrere Museen besichtigen, Cafés besuchen oder einen Ausflug in die Umgebung unternehmen möchte, kann problemlos drei bis vier Tage bleiben.
Die wichtigsten Reiseziele im Piemont
Lago Maggiore
Der Lago Maggiore liegt nur teilweise im Piemont. Das Westufer gehört zur Region, während sich das Ostufer überwiegend in der Lombardei befindet. Der nördliche Abschnitt des Sees liegt in der Schweiz.

Der bekannteste piemontesische Urlaubsort am See ist Stresa. Von der Uferpromenade und vom Hafen fahren Boote zu den Borromäischen Inseln. Besonders häufig besucht werden die Isola Bella und die Isola dei Pescatori. Auch Verbania, Baveno, Cannobio und Cannero Riviera eignen sich als Standorte am See.
Das Westufer ist gut für einen Aufenthalt ohne Auto geeignet, wenn die Unterkunft nahe einer Bahnstation oder Schiffsanlegestelle liegt. Wer kleinere Orte, Aussichtspunkte und Täler im Hinterland besuchen möchte, ist mit einem Auto flexibler.
Alba und die Langhe
Alba liegt südöstlich von Turin und ist ein guter Ausgangspunkt für die Langhe. Die Stadt ist vor allem für weiße Trüffel, Haselnüsse und die umliegenden Weinorte bekannt. Das historische Zentrum ist kompakt und kann bequem zu Fuß besichtigt werden.
Rund um Alba liegen bekannte Weinorte wie Barolo, La Morra, Serralunga d’Alba und Monforte d’Alba. Die Straßen führen durch eine hügelige Landschaft und sind stellenweise schmal und kurvenreich. Die Entfernungen zwischen den Orten sind zwar gering, mit öffentlichen Verkehrsmitteln lassen sich mehrere Dörfer an einem Tag aber nur schwer verbinden.
Wer Wein verkosten möchte, sollte die Rückfahrt vorher organisieren. In kleineren Orten gibt es nicht jederzeit verfügbare Taxis. Manche Weingüter bieten Besichtigungen nur nach vorheriger Reservierung an.
Asti und Monferrato
Asti liegt zwischen Turin und Alessandria. Die Stadt besitzt ein historisches Zentrum mit mittelalterlichen Türmen, Kirchen und mehreren Plätzen. Sie ist zudem für den Schaumwein Asti sowie für Barbera-Weine bekannt.
Die Hügellandschaft des Monferrato beginnt in der Umgebung der Stadt und reicht weit nach Osten. Im Vergleich zur Langhe ist die Gegend vielerorts ruhiger. Sehenswert sind neben Asti unter anderem Casale Monferrato und mehrere kleine Weinorte. Auch hier ist ein Auto für eine Rundfahrt die praktischste Lösung.
Domodossola und das Ossolatal
Domodossola liegt im Norden des Piemont nahe der Schweizer Grenze. Die Altstadt ist klein, aber sehenswert. Viele Reisende kennen den Ort vor allem als Station an der internationalen Bahnstrecke zwischen Italien und der Schweiz.
Eine bekannte Ausflugsmöglichkeit ist die Bahnverbindung durch das Vigezzotal in Richtung Locarno. Darüber hinaus dient Domodossola als Ausgangspunkt für Fahrten in die umliegenden Alpentäler. Wer wandern möchte, sollte sich vorab über saisonale Busverbindungen und den Zustand der Wege informieren.
Ortasee
Der Ortasee liegt westlich des Lago Maggiore und ist wesentlich kleiner. Hauptziel ist der Ort Orta San Giulio mit engen Gassen, einer Uferpromenade und dem Blick auf die Insel San Giulio. Das historische Zentrum ist weitgehend autofrei. Parkplätze befinden sich oberhalb beziehungsweise am Rand des Ortes.
Der See eignet sich für einen Tagesausflug, aber auch für einen ruhigen Aufenthalt von mehreren Tagen. Das touristische Angebot ist kleiner als am Lago Maggiore. In der Hauptsaison kann es rund um Orta San Giulio dennoch voll werden.
Sestriere und das Susatal
Sestriere liegt auf mehr als 2.000 Metern Höhe nahe der französischen Grenze. Der Ort gehört zu den bekanntesten Wintersportzentren des Piemont. Gemeinsam mit weiteren Orten bildet er ein großes grenzüberschreitendes Skigebiet.
Im Sommer wird die Umgebung zum Wandern und Radfahren genutzt. Wegen der Höhenlage ist es auch an warmen Tagen deutlich kühler als in Turin oder in der Po-Ebene. Außerhalb der Hauptsaison sind nicht alle Hotels, Restaurants und Bergbahnen geöffnet.
Cuneo und der Südwesten
Cuneo liegt zwischen mehreren Alpentälern im Südwesten des Piemont. Die Stadt besitzt ein angenehmes Zentrum mit langen Arkadengängen und der großen Piazza Galimberti. Sie eignet sich als Ausgangspunkt für Fahrten in die Seealpen und in Richtung der französischen Grenze.
Dieser Teil des Piemont wird von ausländischen Urlaubern deutlich seltener besucht als Turin oder der Lago Maggiore. Wer Berglandschaften, kleinere Städte und wenig überlaufene Ausflugsziele sucht, findet hier interessante Alternativen.
Sehenswürdigkeiten und mögliche Ausflüge
Königliche Residenzen des Hauses Savoyen
In Turin und seiner Umgebung befinden sich mehrere ehemalige Residenzen des Hauses Savoyen. Dazu gehören der Palazzo Reale im Stadtzentrum, der Palast von Venaria Reale nördlich von Turin und das Jagdschloss Stupinigi südwestlich der Stadt. Die Anlagen gehören gemeinsam zum UNESCO-Welterbe.
Für Venaria Reale sollte man mehrere Stunden einplanen, da nicht nur der Palast, sondern auch die Gärten besichtigt werden können. An Wochenenden und Feiertagen empfiehlt sich eine vorherige Prüfung der Öffnungszeiten und Eintrittskarten.
Sacra di San Michele
Die Sacra di San Michele steht auf einem Berg am Eingang des Susatals. Das Kloster ist eines der auffälligsten Bauwerke im Piemont und bietet bei klarer Sicht einen weiten Blick über das Tal. Die Anfahrt mit dem Auto ist einfacher als mit öffentlichen Verkehrsmitteln. Vom Parkplatz führt ein ansteigender Fußweg zum Eingang.
Nationalpark Gran Paradiso
Der Nationalpark Gran Paradiso erstreckt sich über Teile des Piemont und des Aostatals. Auf piemontesischer Seite gehören unter anderem das Orco- und das Soanatal zum Schutzgebiet. Die Region ist für Bergwanderungen und Tierbeobachtungen bekannt.
Viele Wanderwege sind nur vom späten Frühjahr bis in den Herbst ohne winterliche Ausrüstung begehbar. In höheren Lagen können Schnee und Eis deutlich länger liegen als in den Tälern. Vor längeren Touren sollte man Wetter, Wegzustand und Höhenunterschied prüfen.
Wein und regionale Küche
Piemont gehört zu den wichtigsten Weinregionen Italiens. Besonders bekannt sind Barolo und Barbaresco, die aus der Rebsorte Nebbiolo hergestellt werden. Weitere typische Weine sind Barbera, Dolcetto, Roero Arneis, Gavi und der Schaumwein Asti.
Viele Weingüter sind keine jederzeit geöffneten Besucherzentren. Verkostungen und Kellerführungen müssen häufig vereinbart werden. Das gilt besonders für kleinere Familienbetriebe. Während der Weinlese im September und Oktober sind manche Produzenten stark beschäftigt.
Die regionale Küche ist kräftiger und stärker von Butter, Käse und Fleisch geprägt als die Küche vieler süditalienischer Regionen. Typische Gerichte und Produkte sind:
- Agnolotti: gefüllte Nudeltaschen, häufig mit Fleischfüllung
- Vitello tonnato: dünne Kalbfleischscheiben mit Thunfischsauce
- Bagna càuda: warme Sauce aus Sardellen, Knoblauch und Olivenöl, in die Gemüse getaucht wird
- Tajarin: sehr schmale Eiernudeln
- Brasato al Barolo: in Rotwein geschmortes Rindfleisch
- Weiße Trüffel: eine Spezialität rund um Alba, vor allem im Herbst
- Haselnüsse: besonders bekannt sind Produkte aus den Langhe
- Gianduja: Schokolade beziehungsweise Pralinen mit Haselnusspaste
Turin ist außerdem für seine historischen Kaffeehäuser bekannt. Ein typisches Getränk ist Bicerin, eine Kombination aus Kaffee, Schokolade und Milch beziehungsweise Sahne.
Beste Reisezeit für das Piemont
Die beste Reisezeit hängt stark vom Ziel ab. Zwischen der Po-Ebene, den Seen und den Hochalpen bestehen große klimatische Unterschiede.
Frühling
April, Mai und Juni eignen sich gut für Turin, die Seen und die Weinregionen. Die Landschaft ist grün, und die Temperaturen sind meist angenehm. In den Hochalpen können viele Wege noch verschneit sein. Rund um Ostern und an verlängerten Wochenenden ist mit mehr Ausflugsverkehr zu rechnen.
Sommer
Juli und August können in Turin und der Po-Ebene heiß und schwül werden. Am Lago Maggiore ist in dieser Zeit Hochsaison. Unterkünfte an beliebten Orten sind häufig teurer, und an Wochenenden kommen zahlreiche Tagesgäste hinzu.
Für Bergwanderungen ist der Sommer dagegen die wichtigste Jahreszeit. In höheren Lagen herrschen angenehmere Temperaturen, allerdings können am Nachmittag Gewitter entstehen.
Herbst
September und Oktober sind besonders für die Weinregionen interessant. Weinlese, Trüffelsaison und kulinarische Veranstaltungen ziehen viele Besucher an. Rund um Alba können Unterkünfte an stark nachgefragten Wochenenden früh ausgebucht sein.
Der frühe Herbst eignet sich auch für Turin und die Seen. Im November treten in der Po-Ebene häufiger Nebel und trübes Wetter auf.
Winter
Der Winter ist die Hauptsaison in den Skigebieten. Turin kann ebenfalls besucht werden, allerdings sind die Tage kurz und das Wetter in der Ebene oft kühl und feucht. Kleinere Orte an den Seen wirken im Winter sehr ruhig; manche touristische Betriebe bleiben geschlossen.
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Anreise ins Piemont
Mit dem Flugzeug
Der wichtigste Flughafen der Region ist Turin-Caselle. Er liegt nördlich der Stadt und ist an das öffentliche Verkehrsnetz angeschlossen. Je nach Ausgangsort in Deutschland kann die Auswahl an Direktflügen begrenzt sein.
Eine häufig genutzte Alternative sind die Flughäfen rund um Mailand. Von dort ist die Weiterfahrt nach Turin, zum Lago Maggiore oder in den Osten des Piemont möglich. Vor der Buchung sollte man die gesamte Reisezeit einschließlich Flughafenwechsel, Bahn- oder Busfahrt vergleichen.
Mit der Bahn
Turin ist über Hochgeschwindigkeitszüge mit Mailand, Bologna, Florenz, Rom und weiteren italienischen Städten verbunden. Zwischen Turin und Mailand verkehren sowohl schnelle Fernzüge als auch langsamere Regionalverbindungen.
Für die Anreise aus der Schweiz sind unter anderem die Strecken über Domodossola oder Mailand wichtig. Reisende aus Frankreich erreichen Turin über die Verbindung durch das Susatal. Bei internationalen Fahrten können Bauarbeiten oder Fahrplanänderungen die Reisezeit beeinflussen.
Mit dem Auto
Aus Deutschland, Österreich und der Schweiz führen mehrere Routen ins Piemont. Welche Strecke sinnvoll ist, hängt vom eigentlichen Reiseziel ab. Für den Lago Maggiore ist eine Route über die Schweiz oft naheliegend. Turin und das südliche Piemont können je nach Startpunkt über die Schweiz, den Gotthard beziehungsweise San Bernardino oder über österreichische und norditalienische Autobahnen erreicht werden.
Auf italienischen Autobahnen fällt in der Regel eine streckenabhängige Maut an. Zusätzlich können Gebühren für Tunnel oder bestimmte Zufahrten entstehen. In den Alpen sollte man vor der Abfahrt prüfen, ob Pässe saisonal gesperrt sind.
Ausflüge und Führungen im Piemont
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Unterwegs im Piemont
Öffentliche Verkehrsmittel
Zwischen Turin und größeren Städten wie Novara, Asti, Alessandria, Vercelli, Cuneo und Domodossola bestehen Bahnverbindungen. Auch mehrere Orte am Lago Maggiore sind mit dem Zug erreichbar.
Für eine Städtereise nach Turin ist kein Auto erforderlich. Am Lago Maggiore lassen sich Zug und Schiff kombinieren. Schwieriger wird die Reiseplanung in den Weinregionen und abgelegenen Alpentälern. Dort verkehren Busse teilweise nur wenige Male am Tag, am Wochenende mitunter noch seltener.
Rundreise mit dem Auto
Ein Auto ist besonders sinnvoll, wenn mehrere Weinorte, kleinere Seen oder Bergtäler besucht werden sollen. Bei der Planung sollte man nicht nur die Kilometer berücksichtigen. In den Langhe und in den Alpen verlängern kurvenreiche Straßen die Fahrzeit deutlich.
In historischen Ortskernen gelten häufig Zufahrtsbeschränkungen. Die entsprechenden Bereiche werden in Italien als ZTL bezeichnet. Kameras erfassen einfahrende Fahrzeuge automatisch. Besucher sollten deshalb außerhalb der ZTL parken und nicht allein den Anweisungen des Navigationsgeräts folgen.
Wie viele Tage sollte man für Piemont einplanen?
Für Turin allein sind zwei bis vier Tage sinnvoll. Wer zusätzlich die Weinregionen oder einen See besuchen möchte, sollte mindestens fünf bis sieben Tage einplanen. Eine abwechslungsreiche Rundreise durch mehrere Teile des Piemont dauert etwa zehn bis vierzehn Tage.
Eine mögliche einwöchige Reise könnte so aussehen:
- zwei bis drei Übernachtungen in Turin
- zwei Übernachtungen in Alba oder in einem Weinort der Langhe
- zwei bis drei Übernachtungen am Lago Maggiore oder Ortasee
Für eine längere Reise lassen sich zusätzlich Asti, Cuneo, das Susatal oder die nördlichen Alpentäler einbauen. Zu viele Unterkunftswechsel lohnen sich meist nicht. Besonders in den Weinregionen liegen viele interessante Orte nah beieinander und können von einem festen Standort besucht werden.
Für wen eignet sich ein Urlaub im Piemont?
Piemont eignet sich besonders für Reisende, die unterschiedliche Landschaften mit gutem Essen und kleineren Städten verbinden möchten. Die Region bietet weniger berühmte Kunststädte als die Toskana oder Venetien, dafür aber eine Mischung aus Großstadt, Alpen, Seen und ländlichen Weinregionen.
Auch außerhalb der bekanntesten Ziele gibt es viel zu sehen. Ohne Auto sollte man sich auf Turin, größere Städte und Orte entlang der Bahnstrecken konzentrieren. Für eine Rundreise durch die Langhe, das Monferrato oder mehrere Alpentäler ist ein Auto deutlich praktischer.
Wer zum ersten Mal ins Piemont reist, findet mit Turin, den Langhe und dem Lago Maggiore eine gute Kombination. Sie vermittelt innerhalb einer Woche einen recht umfassenden Eindruck von der Region, ohne dass täglich lange Strecken gefahren werden müssen.
Tipp: Wenn du Urlaub im Nordwesten planst, lies auch unseren Überblick zum Lago Maggiore und die wichtigsten Infos zur Stadt Turin.