Hochwasser in Venedig (Acqua Alta) – Infos, Zeiten & praktische Tipps

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Venedig ist einzigartig: Paläste auf Pfählen, schmale Gassen, Wasser überall. Genau diese Lage macht die Stadt aber auch anfällig für Hochwasser. Das berühmte Acqua Alta (wörtlich „hohes Wasser“) sorgt vor allem in der kühleren Jahreszeit dafür, dass Teile der Altstadt zeitweise unter Wasser stehen – manchmal nur ein paar Pfützen, manchmal deutlich mehr.

Stadtführungen & Touren in Venedig

Für dich als Besucher ist das meist kein Drama. Mit ein paar einfachen Tricks lässt sich Venedig auch bei Hochwasser gut erleben. In diesem Guide bekommst du eine klare, touristische Einordnung: Wann Hochwasser auftritt, was es bedeutet, welche Bereiche betroffen sind und wie du deinen Tag in der Stadt am besten planst.

Wenn du noch ganz am Anfang der Reiseplanung stehst: Hier findest du den Überblick zur Stadt: Venedig – Tipps & Sehenswürdigkeiten.


Was ist „Acqua Alta“ genau?

Acqua Alta bezeichnet das regelmäßige Hochwasser in der Lagune von Venedig. Es handelt sich nicht um ein „Katastrophen-Hochwasser“ wie bei Flüssen, sondern um einen tidenabhängigen Wasseranstieg, der durch Wetter und Luftdruck verstärkt werden kann. Das Wasser drückt dann aus der Lagune in die Kanäle und überflutet besonders tiefliegende Bereiche der Stadt.

Typisch ist: Das Wasser kommt und geht meist innerhalb weniger Stunden. Viele Besucher erleben es, machen Fotos – und nach kurzer Zeit ist der Spuk wieder vorbei.


Warum gibt es Hochwasser in Venedig?

In Venedig kommen mehrere Faktoren zusammen. Entscheidend ist fast immer die Kombination aus:

  • Gezeiten (Ebbe/Flut): Die Lagune ist mit der Adria verbunden – dadurch gibt es täglich Tiden.
  • Wind (Scirocco): Starker Südostwind kann Wasser in die Lagune drücken.
  • Luftdruck: Niedriger Luftdruck lässt den Meeresspiegel steigen.
  • Stadtlage: Teile Venedigs liegen sehr niedrig und sind daher schnell betroffen.

Der bekannteste „Problemort“ ist der Markusplatz: Markusplatz in Venedig. Schon bei moderaten Wasserständen kann er zeitweise unter Wasser stehen.


Wann ist Hochwasser-Saison in Venedig?

Die Hochwasserzeit ist relativ klar:

  • Häufig: Oktober bis März
  • Am häufigsten: November bis Januar
  • Selten: April bis September

Das heißt nicht, dass es jeden Tag Hochwasser gibt. Aber die Wahrscheinlichkeit ist in der kühlen Jahreszeit deutlich höher. Wenn du im Winter reist, lohnt sich daher ein kurzer Blick auf die Prognosen (dazu weiter unten mehr).


Wie hoch steht das Wasser – und was bedeutet das für dich?

Der Wasserstand wird in Zentimetern über dem mittleren Meeresspiegel angegeben. Was du vor Ort spürst, hängt stark vom Stadtteil ab. Als grobe Orientierung:

Wasserstand Typische Auswirkungen
80–90 cm Meist nur nasse Kanten/Promenaden, viele Bereiche bleiben trocken
90–110 cm Markusplatz teilweise überflutet, einzelne Gassen nass
110–130 cm Mehrere Viertel betroffen, Umwege möglich, Stege werden wichtig
Über 130 cm Starkes Hochwasser: viele Wege nass, deutlich mehr Einschränkungen

Wichtig: Auch bei „höheren“ Werten bleibt vieles möglich – aber du planst am besten mit Museumsbesuchen, kürzeren Wegen und passenden Schuhen.


Ist Hochwasser in Venedig gefährlich?

Für Touristen ist Acqua Alta in den allermeisten Fällen nicht gefährlich. Es ist eher eine Mischung aus „ungewöhnlich“ und „unpraktisch“.

Das Wasser ist:

  • kalt (im Winter)
  • salzig
  • manchmal schmutzig (Gullys, Straßenschmutz)

Praktischer Hinweis: Wenn du durch Wasser läufst, ist es besser, keine offenen Wunden damit in Kontakt zu bringen und danach die Schuhe/Beine zu reinigen.


Welche Bereiche sind besonders betroffen?

Am häufigsten trifft es tiefliegende Zonen – besonders rund um San Marco. Dazu gehören:

  • Markusplatz und Umgebung (oft als erstes betroffen)
  • Bereiche nahe der großen Kanäle
  • einige Uferwege (Fondamente)

Wenn du typische Highlights einplanst, betrifft dich Hochwasser besonders dann, wenn du dich rund um San Marco bewegst – z. B. zur Seufzerbrücke oder zum Dogenpalast.

Gute Nachricht: Höher gelegene Bereiche bleiben oft weitgehend begehbar, und die Stadt ist an Acqua Alta gewöhnt.


Markusplatz bei Hochwasser: Stege, Fotos & Timing

Der Markusplatz ist eine Art „Hochwasser-Barometer“. Wenn Acqua Alta kommt, siehst du hier oft zuerst Wasserflächen. In der Saison werden häufig Holzstege aufgebaut, damit Besucher trockener durchkommen.

Wenn du ohnehin vorhast, San Marco zu besuchen, lohnt sich ein Plan B mit Indoor-Sehenswürdigkeiten:

Für Museums-Tage kann außerdem der Museumspass in Venedig sinnvoll sein – vor allem, wenn du im Winter unterwegs bist und flexibel bleiben möchtest.


MOSE: Der Hochwasserschutz von Venedig

Venedig schützt sich heute auch technisch: Das MOSE-System besteht aus beweglichen Fluttoren an den Laguneneinfahrten. Bei sehr hohen Wasserständen werden diese Tore angehoben, um die Lagune zeitweise von der Adria abzuschirmen.

Für dich als Tourist heißt das: In vielen Fällen kann extremes Hochwasser inzwischen besser abgefangen werden. Trotzdem bleibt Acqua Alta als Phänomen (vor allem in leichter bis mittlerer Form) ein Teil des Venedig-Winters.


Wie erfährst du, ob Hochwasser kommt?

Venedig arbeitet mit Prognosen. Vor Ort siehst du häufig Anzeigetafeln. Hotels geben oft ebenfalls Hinweise. Ganz praktisch: Frage beim Check-in nach, ob für die nächsten Tage Acqua Alta erwartet wird – das spart Überraschungen.

Wenn du viel mit dem Wasserbus unterwegs bist: Der Vaporetto in Venedig fährt in der Regel weiter, auch bei Hochwasser. Hilfreich sind dazu:


Was tun bei Hochwasser? (Konkrete Tipps)

1) Die richtigen Schuhe

Das ist der wichtigste Punkt. Bei Wasser in den Gassen sind Sneaker schnell durch. Am angenehmsten sind Gummistiefel oder wasserdichte Schuhe. Hier findest du einen eigenen Guide: Gummistiefel in Venedig.

2) Stege nutzen und Umwege einplanen

Wenn Wege gesperrt oder überflutet sind, helfen Stege und alternative Routen. Als Orientierung sind größere Brücken oft „sicherer“ erreichbar, etwa die Rialtobrücke.

3) Indoor-Programm als Plan B

Bei Hochwasser machen Museen und Kirchen besonders Sinn. Beispiele:

4) Praktische Basics nicht vergessen

Wenn du lange unterwegs bist, sind einfache Dinge wichtig:


Kann man Venedig trotz Hochwasser gut besuchen?

Ja. In vielen Fällen bemerkst du Hochwasser nur an einzelnen nassen Stellen. Venedig ist darauf eingestellt: Stege, Warnhinweise, Routine. Viele Reisende empfinden Acqua Alta sogar als „typisch Venedig“. Und fotografisch kann es spannend sein – Spiegelungen auf dem Markusplatz wirken oft sehr besonders.

Wenn du bei Hochwasser lieber ausweichen möchtest, sind Orte wie Giudecca oder San Giorgio Maggiore oft entspannter – und du bekommst schöne Ausblicke auf die Stadt.


Beste Reisezeit, wenn du Hochwasser vermeiden willst

Wenn du Acqua Alta möglichst umgehen möchtest, sind diese Monate besonders angenehm:

  • Mai & Juni (lange Tage, selten Hochwasser)
  • September (angenehm warm, meist stabil)

Im Hochsommer (Juli/August) ist Hochwasser sehr selten – dafür sind Hitze und Besucherzahlen oft höher. Wenn du im Winter reist, plane einfach flexibel.


Hotels bei Hochwasser: Lage-Tipps

Bei Winterreisen lohnt sich ein Hotel, das gut angebunden ist und nicht unbedingt im „tiefsten“ Bereich von San Marco liegt. Viele wählen daher Unterkünfte rund um den Bahnhof Santa Lucia oder in den besser erreichbaren Vierteln.

Praktisch dazu:

Booking.com (Hotelvergleich):
Hotels in Venedig vergleichen


Touren & Tickets bei schlechtem Wetter

Auch bei Acqua Alta finden Führungen statt. Manchmal ist das sogar interessant, weil Guides erklären, wie Venedig mit dem Wasser lebt. Wenn du spontan etwas planst:

GetYourGuide (Touren & Tickets):
Stadtführungen & Touren in Venedig

Für die generelle Ticketplanung gibt es außerdem diese Seite: Eintrittskarten in Venedig.


FAQ: Häufige Fragen zu Hochwasser in Venedig

Wie oft gibt es Hochwasser in Venedig?

In den Wintermonaten kann es regelmäßig auftreten (teils mehrmals pro Woche). Im Sommer ist Hochwasser selten.

Wie lange dauert Acqua Alta?

Meist wenige Stunden. Da es mit der Tide zusammenhängt, sinkt das Wasser oft wieder relativ schnell.

Fallen Sehenswürdigkeiten aus?

In der Regel nicht. Museen und viele Attraktionen bleiben geöffnet. Bei extremen Wetterlagen kann es Ausnahmen geben – das ist aber selten.

Kann ich bei Hochwasser trotzdem Vaporetto fahren?

Ja, meistens schon. Nützliche Infos findest du im Vaporetto-Guide sowie bei Tickets kaufen.

Was ist mit der Zutrittsgebühr 2026?

Wenn du an Tagen mit Zutrittsregelung anreist, ist die Planung wichtig. Hier findest du die Infos:


Fazit: Hochwasser gehört zu Venedig – mit Vorbereitung ist es entspannt

Acqua Alta ist kein Grund, Venedig zu meiden. Für die meisten Besucher ist Hochwasser eher ein kurzfristiges „Stadt-Phänomen“, das man mit passenden Schuhen, etwas Flexibilität und einem guten Plan B sehr gut in den Griff bekommt. Nutze Museen und Indoor-Highlights, plane Wege etwas großzügiger – und genieße Venedig trotzdem.

Venedig – Praktische Tipps & wichtige Infos

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